
Räumung des Radweges an einer Landstraße © Fabian Rennebeck | ADFC Cuxhaven
Winterdienst im Landkreis Cuxhaven 2026
Schnee & Eis, für Radfahrende eigentlich kein Problem, sofern die Radwege geräumt sind...
Für viele beginnt so langsam wieder die Fahrradsaison. Zumindest würde uns das gesagt werden, wenn wir so manche Touristikagentur fragen würden. Doch wir wissen: Das Fahrrad ist nicht gleich Motorrad; Fahrradsaison ist immer.
Die Gründe warum der Fahrradverkehr mal weniger, mal stärker ausgeprägt ist, liegt in erster Linie an die vor Ort gegebene Infrastruktur und welche Bedeutung dem Radverkehr vor Ort zugesprochen wird:
- Ist der Radweg sehr holprig?
- Muss regelmäßig zwischen rechtem, linkem Fahrbahnrand und auch auf die Fahrbahn gewechselt werden?
- Sind die Radwege so schmal, dass kein vernünftiges Überholen von links auf dem Radweg unter Fahrrädern möglich ist?
- Stehen Mülltonen, Baustellenschilder, Kfz oder LKWs auf dem Radweg?
- Muss bei erlaubten 50 km/h innerorts oder gar 100 km/h außerorts auf der Fahrbahn gefahren werden, weil weit und breit kein Radweg zum Ziel vorhanden ist?
- Müssen mehr Ampeln mit längeren Wartezeiten überquert werden im Vergleich zum motorisierten Kraftverkehr?
- Ist die Symbiose von Rad und ÖPNV schlecht?
- Ist der nächste Unterstand bei Starkregenereignissen nicht schnell erreichbar?
- Sind die Wege voll mit Laub, Schnee oder Eis?
Egal welche dieser Fragen mit Ja beantwortet wird, sinkt automatisch auch die tatsächlich Nutzung des Rades als alltägliches Verkehrsmittel.
Dies ließ sich zu letzt sehr gut beobachten bei der diesjährigen langanhaltenden Schneewetterperiode. Radfahrende, nicht nur im Landkreis Cuxhaven, hatten dies besonders hart zu spüren bekommen. Je nach dem, wo sich gerade mit dem Rad fortbewegt wurde, war die Situation mal gut, mal ok, mal schlecht. Selbst wenn die benutzungspflichtigen Radwege gut geräumt und gestreut waren, so kam dennoch für Radfahrende in den Nebenstraßen das böse Erwachen. Die meisten Radfahrenden in Norddeutschland fahren ohne Spikes an den Reifen durch den Winter. In den letzten zwei Jahrzehnten, lohnte sich der Aufwand Spikes anzubringen auch nahezu nicht. Winter war meist eher Dauerregen, hin und wieder auch Trockenzeit. Meistens Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Schnee schmolz schnell wieder weg.
Diesen Winter kamen die Räumdienste teilweise kaum hinterher. Schneefall, aber auch Schneeverwehungen forderten immer wieder neuen Einsatz. Dies zeigte sich besonders gut bei den Radwegen. Radwege wurden nicht nur frei geräumt, sondern wurden ab und zu auch wieder zugeräumt, damit die Fahrbahn der Straße frei ist. So standen Radfahrende Mitte Januar, nach dem vermeintlich fast alles weggeschmolzen war, vor meterhohen Schneebergen. Der Winterdienst hatte für paar Tage “Sommerpause”, weil die Temperaturen im Plusbereich waren. Statt die Versäumnisse schnell aufzuarbeiten, wurden die Schneeberge nur spärlich beseitigt und darauf gehofft, dass der “Rest” wegschmilzt. Bestes Beispiel war die L 135 zwischen Sievern und Nordholz, siehe Titelbild. Im Land Hadeln kam es teilweise zu so starken Schneeschmelzen innerhalb kürzerer Zeit, dass längere Abschnitte von Radwegen gänzlich unter Wasser waren. Leider wurden in beiden Fällen, bei Schneebergen , wie Überschwemmung, nicht mal Temporeduzierungsschilder am Straßenrand aufgestellt, damit der Radverkehr sich alternativ wenigstens etwas sicherer auf den frei geräumten Straßen hätte fühlen können.
Im Stadtgebiet Cuxhavens sind in den Nebenstraßen meistens die Anlieger für die Räumung verantwortlich, leider ist dies in der breiten Masse der Bevölkerung nicht bekannt. In den anderen Gemeinden im Landkreis verhält es sich ähnlich. In Nebenstraßen ist daher häufig mit schlechten Straßenverhältnisen zu rechnen.
Radfahrende haben sich bis Mitte Februar immer wieder durch die Straßensituationen gequält.
Wir hoffen der nächste Wintereinbruch kommt nicht ganz so überraschend im nächsten Winter.
Denn es ist schwer, besonders im ländlichen Raum: Hier ist das Rad, neben E-Scooter, eines der wenigen guten Alternativen zum Auto. Nur wird dieser klimafreundlicheren Alternative leider immer noch wieder eine Extraschippe Schwierigkeit, trotz aller Vorzüge, hingelegt. Eine konstante Gleichberechtigung im Straßenverkehr ist so nicht gewährleistet.
Da der Rad- und auch der Fußverkehr besonders gefährdet ist, sollten die Radwege aus unserer Sicht daher grundsätzlich noch vor der Fahrbahn geräumt werden. Wir fordern daher einen flächendeckenden und verlässlichen Winterdienst für alle Radwege – genau so, wie es auf den wichtigen Fahrbahnen bereits seit vielen Jahrzehnten Standard ist.
Filmtipp: Es gibt andere Orte in Europa, wo der Radverkehr auch im Schneegestöber besser läuft. Bestes Beispiel ist da die finnische Stadt Oulo.
Hier eine empfehlenswerte 45-min-Doku vom NDR.
















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